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Der Distelfalter - ein typischer Wanderfalter.
Noch ein Distelfalter.
Oft kann man die Distelfalter in Trupps auf den verschiedensten Blütenpflanzen - hier Schmetterlingsflieder - beobachten.
Die Zeichnung der Flügelunterseiten ist charakteristisch.
Auch das gehört dazu ...
Raupen des Distelfalters. |
Distelfalter (Vanessa cardui)
1. Allgemeines - 2. Kennzeichen - 3. Größe - 4. Lebensraum - 5. Entwicklung - 6. Futterpflanzen - 7. Verbreitung - 8. Gefährdung und Schutz ![]() Der Distelfalter (Vanessa cardui) gehört zur Familie der Edefalter (Nymphalidae). Er ist ein Wanderfalter - ein »Saisonwanderer 1. Ordnung«. Die Schmetterlinge stammen aus Nordafrika und verlassen ihr Ursprungsgebiet, um aktiv andere Gebiete aufzusuchen. Sie wandern jedes Jahr in mehr oder weniger großer Zahl in Richtung Norden um Nachkommen zu erzeugen. Bei ihren Wanderungen können die Falter weite Strecken zurücklegen, indem sie sich vom Wind tragen lassen und so bis nach Nordeuropa vordringen. Ihre Häufigkeit schwankt von Jahr zu Jahr sehr stark. Im extrem warmen und trockenen Frühjahr und Sommer 2003 fand ein wahre Invasion des Distelfalters statt. An manchen Tagen konnte man stellenweise mehrere Falter pro Minute ziehen sehen. Auch 2009 wird bereits von einer Masseneinwanderung gesprochen, wobei die Ursache in den guten Entwicklungsbedingungen in ihren Ursprungsländern vermutet wird. Die Spitze der Vorderflügel ist schwarz mit weißen Flecken. Das Wurzelfeld, die innere Flügelhälfte, ist gelbbraun und orange mit schwarzer Fleckenzeichnung. Die Unterseite der Hinterflügel ist weiß-braun marmoriert mit einer Reihe von Augenflecken am Außenrand. Die Raupen sind hellgelb bis grünlich braun mit variablen, dunklen Zeichnungen. Sie tragen wie die meisten Edelfalter auf jedem Segment einen Dornenring mit sich verästelnden Dornen. Die grünen Eier sind halbkugelig und gerippt. Die Puppen sind braun mit metallisch gold-glänzenden Flecken. Die Falter erreichen Flügelspannweiten zwischen 45 und 60 Millimetern. Die Raupen werden bis zu 4 Zentimeter lang. Distelfalter sind praktisch überall anzutreffen. Sie kommen vorwiegend im offenem, trockenen und blütenreichem Gelände vor besonders auf Ruderalflächen wie Bahndämmen, Truppenübungsplätzen oder Brachland. Von Nordafrika fliegen die Falter im Spätwinter nach Südeuropa ein und legen ihre Eier ab, so dass dort ab April eine neue Faltergeneration entsteht. Die Nachkommen dieser ersten Welle erreichen im Mai und Juni Mittel- und Nordeuropa, um hier noch einmal ein bis zwei Nachfolgegenerationen hervorzubringen. Diese Falter wandern teilweise im Sommer wieder nach Süden. Die Eier werden einzeln an den Blättern der Futterpflanzen - meist an Disteln - abgelegt. Die Raupe verbirgt sich zwischen lose zusammengesponnen Blättern. Sie verlässt zur Verpuppung die Nahrungspflanze. Es ist nicht bekannt wie weit und wohin die Raupe läuft. Eine Überwinterung ist nördlich der Alpen offenbar weder als Falter, Raupe, Puppe oder Ei möglich. Die Falter sind eifrige Blütenbesucher. Bei den Necktarpflanzen überwiegen Rotklee, Luzerne, Wiesen-Flockenblume, Acker-Witwenblumen, Wasserdost sowie Kohl- und Ackerkratzdisteln. In Gärten werden Sommerflieder, Zinnien, Studentenblumen Lavendel, zahlreiche Dahliensorten und im Herbst Asterarten bevorzugt. Er ist fast auf der ganzen Erde verbreitet mit der Ausnahme von Der Distelfalter ist nicht gefährdet. Die Mahd von Wegrainen, Böschungen und Dämmen sowie der Einsatz von Unkrautvernichtungsmitteln hier und auf landwirtschaftlichen Flächen können jedoch den Raupenbestand empfindlich schädigen. Zusammengestellt von Elke Freese |