|
Durch seine auffällige Färbung signalisiert der Jakobskrautbär seine Ungenießbarkeit.
Solche Brachflächen mit Beständen des Jakobs-Greiskrautes sind ein Eldorado für den Jakobskrautbären.
Die Raupe frisst auch die Blütenknospen.
Typisch ist, dass die Raupen meist nicht alleine auftreten - oft besiedeln unterschiedlich alte Raupen eine Pflanze.
Durch eine abwechselnde Mahd lässt sich der Lebensraum der Pflanze und des Falters erhalten. |
Jakobskrautbär, Blutbär (Thyria jacobaeae)
1. Allgemeines - 2. Kennzeichen - 3. Größe - 4. Lebensraum - 5. Entwicklung - 6. Futterpflanzen - 7. Verbreitung - 8. Gefährdung und Schutz ![]() Der Jakobskrautbär hat sich auf alkaloidreiche, d. h. für die meisten anderen Tiere giftige Pflanzen der Gattung Senecio spezialisiert. Deshalb braucht er sich nicht zu verstecken.
Die auffällige Gelb-Schwarz-Färbung der Raupen und die Rot-Schwarz-Färbung der Falter zeigt Ungenießbarkeit an und ist somit ein guter Schutz gegen Fressfeinde. Die Spannweite der Flügel beträgt 32 bis 42 Millimeter. Die Raupen werden bis 30 Millimeter lang. Der Jakobskrautbär besiedelt in Niedersachsen brachliegende oder extensiv genutzte, wärmebegünstigte Habitate wie zum Beispiel Bahndämme, Wegränder oder Brachen mit Beständen der Raupen-Nahrungspflanze. Die Eier werden in Spiegeln (je 20 bis 40 Eier) an der Unterseite meist tiefer sitzende Blätter abgelegt. Daraus schlüpfen ab Ende Mai die zunächst gesellig lebenden dunklen Raupen. Mit zunehmendem Alter bekommen die Raupen ihre typische »Ringelfärbung«. Die Puppen überwintern und im Mai und Juni des folgenden Jahres schlüpfen die Falter. Auffällig ist, dass die Weibchen ihre Eier über einen relativ langen Zeitraum legen. Das hat zur Folge, dass man im Juni und Juli oft unterschiedlich alte Raupen an ein und derselben Pflanze beobachten kann. Die wichtigste Futterpflanze der Raupen ist das Jakobs-Greiskraut (Senecio jacobaea). Man kann die Raupen aber auch auf Wasser-Greiskraut (Senecio aquaticus), Sumpf-Greiskraut (S. paludosus) oder Raukenblättrigem Greiskraut (S. erucifolius) finden. Im Oldenburger Land tritt der Jakobskrautbär verstreut dort auf, wo sich insbesondere das Jakobs-Greiskraut ausbreitet. Lokal können die Raupen recht häufig (über 100 Exemplare) sein. In Niedersachsen gilt die Art als "stark gefährdet" (Rote Liste 2). Während die Art zunächst im Zuge der Flurbereinigung und Intensivierung der Landwirtschaft mit dem Rückgang des Jakobs-Greiskrautes seltener wurde, ist seit ein paar Jahren wieder eine Ausbreitung dieser Pflanze und auch des Jakobskrautbären zu beobachten. Zum Schutz dieser farbenfrohen Schmetterlingsart sollten Bestände des Jakobs-Greiskrautes von Mai bis Anfang August nicht gemäht werden und die betreffenden Flächen höchstens extensiv genutzt werden. Zusammengestellt von Carsten Heinecke |