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Ein Weibchen des Großen Kohlweißlings.
Selbst auf der Unterseite der Flügel scheint der
Großer Kohlweißling mit markantem Spitzenfleck (oben). Kleiner Kohlweißling mit schwächer ausgeprägtem Spitzenfleck (unten).
Eispiegel auf der Blattunterseite einer
Die auffallend bunte Raupe des Großen Kohlweißlings
Eine Gürtelpuppe an einer Eisenstange - gut sichtbar |
Großer Kohlweißling (Pieris brassicae)
1. Allgemeines - 2. Kennzeichen - 3. Größe - 4. Entwicklung - 5. Lebensraum - 6. Futterpflanzen - 7. Verbreitung - 8. Gefährdung und Schutz ![]() In Deutschland sind drei Arten der Gattung Pieris beheimatet, die auch im Oldenburger Land vorkommen: Der Grünader-Weißling (Pieris napi), der Kleine Kohlweißling (P. rapae) sowie der hier beschriebene Große Kohlweißling (Pieris brassicae). Wie die deutschen Namenszusätze bereits andeuten, gehören alle Arten in die Familie der Weißlinge (Pieridae). Die Falter des Großen Kohlweißlings kann man im offenem Gelände beobachten, besonders auf Äckern, Wiesen und in Gärten. Der Große Kohlweißling trägt an den Vorderflügelspitzen einen ausgeprägten Spitzenfleck, der am Rand bis zur Flügelmitte reicht.
Der Große Kohlweißling fliegt in drei Generationen von April bis Anfang Oktober. In der ersten Generation erscheinen meist nur wenige Falter. In den folgenden Generationen sind in der Regel deutlich mehr Tiere zu beobachten, wobei die zweite Generation die individuenstärkste ist. Die Weibchen legen ihre Eier meist in Gruppen, so genannten Eispiegeln, zuweilen auch einzeln an die Blattunterseiten der Raupenfraßpflanzen. Die daraus schlüpfenden auffällig bunt gezeichneten Raupen leben frei an den Pflanzen und sind daher sehr auffällig. In der Regel bevorzugen sie die äußeren Blätter und verschonen den eigentlichen Kohlkopf. Zur Verpuppung entfernen sie sich oft sehr weit von ihren Entwicklungsorten. Sie spinnen sich beispielsweise an Mauern oder Dachvorsprüngen fest. Die Puppe ist hell gelblich und fein punktiert. Die Puppe der Herbstgeneration ist das Überwinterungsstadium. Der Große Kohlweißling ist ein Offenlandbewohner. Er lebt vorzugsweise in Gärten und Gemüsefeldern. Aber auch blumenreiche Ruderalflächen und Brachen werden besiedelt. Die ursprünglichen Lebensräume dürften die Spülsäume der Meeresküsten sein. Die Ausbreitung ins Landesinnere erfolgte über den Anbau des Gemüsekohls. Die Raupen fressen vorwiegend an verschiedenen Kreuzblütern (Brassicaceae) mit einer Vorliebe für Gemüsekohl (Brassica), Raps (B. napus) und Hederich (Raphanus raphinistrum). Sie sind regelmäßig auch an Kapuzinerkresse (Tropaeolum majus) anzutreffen.
Die Falter nutzen ein breites Spektrum an violetten Blütenpflanzen.
Der Große Kohlweißling ist nicht gefährdet, doch gehen seine Bestände in der letzten Zeit deutlich zurück. Zusammengestellt von Elke Freese, Mai 2010. |