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Ein Faulbaum-Bläuling saugt an einer Distelblüte. Beim Blütenbesuch klappen die Falter die Flügel zusammen, sodass meist nur die silbrig-bläuliche Unterseite zu sehen ist.
Faulbaum-Bläuling (Weibchen) an der namengebenden Pflanze, dem Faulbaum.
An der Breite des dunklen Flügelsaumes sind
Junge Raupe an Faulbaum.
Puppen des Faulbaum-Bläulings auf der |
Faulbaum-Bläuling (Celastrina argiolus)
1. Allgemeines - 2. Kennzeichen - 3. Größe - 4. Lebensraum - 5. Entwicklung - 6. Futterpflanzen - 7. Verbreitung - 8. Gefährdung und Schutz ![]() Der Faulbaumbläuling (Celastrina argiolus) ist die erste Bläulingsart, die im Jahr fliegt. Daher
hat er in Norwegen auch seinen dortigen Namen »Vårblåvinge« (Vår = Frühling)
erhalten. Die Flugzeit der ersten Faltergeneration dauert von April / Mai (je
nachdem wann bei uns in Norddeutschland der Frühling einzieht) bis ca. Mitte
Juni. Die zweite Faltergeneration fliegt dann von etwa Anfang Juli bis August. Die hellblaue Oberseite der Flügel mit der dunklen Umrandung, an deren
Breite die Geschlechter unterschieden werden können, ist eher selten
sichtbar. Wenn die Falter sitzend beobachtet werden können - beispielsweise bei der
Nahrungsaufnahme - ist meist nur die silbrig blau-graue Unterseite mit den
feinen, schwarzen Punkten zu sehen. Anders als bei vielen anderen
Bläulingsarten haben die Flügel des Faulbaumbläulings keine orangfarbenen Flecken. Die Spannweite der Flügel beträgt 23 bis 30 Millimeter. Die asselförmigen,
farblich variierenden Raupen werden bis 13 Millimeter lang. Der Faulbaumbläuling ist ein Bewohner von Heidegebieten,
Waldrändern, -wegen und -lichtungen, woher sicherlich auch sein dänischer
Name »Skovblåfugl« (Skov = Wald) und eventuell auch sein niederländischer
Name »Boomblauwtje«; (Boom = Baum) herrühren. Auch in Siedlungsbereichen ist
er durchaus häufig, sofern auch dort für beide Generationen die jeweiligen
Raupenfutterpflanzen vorhanden sind. Der weibliche Falter legt seine Eier meist einzeln oder in kleinen Gruppen
entweder direkt an die Blütenknospen der Futterpflanzen oder in deren
direkte Nähe ab. Die Raupe frisst nach dem Schlüpfen an den Knospen, später an
den Blüten und den unreifen Früchten der Futterpflanze. Die verpuppungsreife
Raupe heftet sich am Ende des Raupenstadiums mit einem selbstgesponnenen
Faden als sogenannte Gürtelpuppe unter ein Blatt der Futterpflanze. Ob
dieses Verhalten der Regelfall ist, oder ob die verpuppungsreife Raupe noch
andere Orte zur Verpuppung wählt (Äste, Stängel, Laubstreu) ist -
insbesondere für die überwinternde Generation - nicht eindeutig geklärt. Die
Falter der Sommergeneration verlassen die Puppenhülle bereits nach rund drei
Wochen, während die Falter der überwinternden Generation dies erst nach zirka
acht Monaten im folgenden Frühjahr tun. In Deutschland - wie auch in einigen anderen Ländern - verdankt der
Faulbaumbläuling seinen Namen einer seiner wichtigsten Futterpflanzen, dem
Faulbaum (Frangula alnus). Bezeichnend ist, dass er auch in England nach
einer weiteren (nur dort ?) wichtigen Futterpflanze benannt ist, der
Stechpalme (Ilex aquifolium). Der Faulbaumbläuling heißt dort »Holly Blue«
(Holly = Ilex, Hollywood = Ilexwald !). Für die Raupen des Faulbaumbläuling
sind bisher viele Futterpflanzen aus ganz unterschiedlichen Familien
festgestellt worden. Sehr bedeutsam ist, dass die 1. Faltergeneration
natürlich ganz andere knospende Raupenfutterpflanzen (ca. im Mai) für die
Eiablage vorfindet als die 2. Faltergeneration im Juli / August. Man kann hier
folgende Aufteilung der Eiablage- bzw. Raupenfutterpflanzen treffen:
Im Oldenburger Land ist der Faulbaumbäuling weit verbreitet. Er ist jedoch
in den wald-, moor- und heidereicheren Kreisen und auf Sandböden häufiger
anzutreffen als zum Beispiel im Landkreis Wesermarsch. Aufgrund der größeren Anzahl der von der Art angenommenen Biotoptypen und
Futterpflanzen insbesondere auch im Siedlungsbereich ist die Art nicht
gefährdet. Wegen des möglichen Vorhandenseins von überwinternden Puppen
sollte in den in Frage kommenden Zeiten (September bis April) unter den
laubabwerfenden Futterpflanzen nicht geharkt werden. Blühende oder
fruchtende Raupenfutterpflanzen sollten nicht zurückgeschnitten oder gekappt
werden. Mit der Pflanzung eines Faulbaumes im Garten kann vielleicht außer
dem Faulbaumbläuling auch der Zitronenfalter, welcher bei uns auf diesen Laubbaum angewiesen ist, zur Eiablage in den Garten gelockt werden. Auch
sind die unscheinbaren Blüten des Faulbaumes bei vielen anderen Insekten
sehr beliebt, allerdings sind seine Früchte, wie die einiger
anderer Raupenfutterpflanzen des Faulbaumbläulings, giftig. Zusammengestellt von Anonymus.
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